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Realbrandausbildung in der Rauchdurchzündungsanlage der Berufsfeuerwehr Hagen

Am 20.06.2009 nahm die Löschgruppe Schalksmühle der Freiwilligen Feuerwehr   Schalksmühle mit 15 Atemschutzgeräteträgern an einer speziellen Ausbildungsmaßnahme in der Rauchgasdurchzündungsanlage der Berufsfeuerwehr der Stadt Hagen teil.

Bei der sogenannten “Realbrandausbildung” werden Einsatzkräfte gezielt in der frühzeitigen Erkennung und im fachlich korrekten Umgang mit plötzlich auftretenden Rauchgasdurchzündungen (Flash Over) über das normale Maß der Standard-Feuerwehr-Ausbildung hinaus weitergebildet. Die effiziente Anwendung neuer Strahlrohrtechniken, sowie das sichere Herantasten, Eindringen und Vorgehen in Brandobjekte werden bei diesem Training intensiv geschult. 

Brandeinsätze stellen inzwischen statistisch nicht mehr die häufigsten Einsätze der Feuerwehr dar. Konfrontationen mit Flash Overn jedoch, nicht zuletzt bedingt durch sich verändernde Baustoffverwendungen und Bautechniken im Wohnungsbau, sind  zunehmend festzustellen. Um so wichtiger ist es, sich aubildungstechnisch diesen steigenden Anforderungen zu stellen und besondere Schulungsmaßnahmen über das normale Maß hinaus durchzuführen, um taktische und technische Fehler im Einsatz zu vermeiden und mögliche Verletzungen der Einsatzkräfte möglichst auszuschließen.

Um 8.00 Uhr empfingen uns der verantwortliche Ausbildungsleiter für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hagen, Herr Ralf Guido Blumenthal, der nebenbei erwähnt diese Übungsanlage ins Leben rief, und sein Kollege Volker Hammerschmidt, an der Feuer- und Rettungswache Ost der Berufsfeuerwehr Hagen in Hohenlimburg. Nach der Begrüßung bei frisch gekochtem Kaffe begann der theoretischen Unterricht in der Feuerwehrschule Hagen. In seinem sehr interessanten Unterricht stellte Ralf Blumenthal der Löschgruppe die Funktionsweise der Anlage und die Sicherheitsvorkehrungen vor. Auch über neue Erkenntnisse bei der Vorgehensweise der Brandbekämpfung wurden die Atemschutzgeräteträger aufgeklärt.

Parallel zum Unterricht stellten drei weitere Realbrandausbilder der Feuerwehr Hagen die Betriebsbereitschaft der Anlage her, um im Anschluss an den Unterricht einen zeitlich reibungslosen Ablauf in der Anlage zu gewährleisten.

Lediglich 6-8 aufgestapelte Holzpaletten pro Gruppe sollten den Atemschutzgeräteträgern in der nächsten halben Stunden einen unvergesslichen Vormittag bereiten. Ein besonderes Augenmerk wurde von den Ausbildern auf die persönliche Schutzkleidung gelegt, denn auch diese sollte an diesem Tag eine ganz neue Bedeutung für die Teilnehmer bekommen.

Nachdem die Paletten entzündet wurden, begaben sich die in 2 Gruppen aufgeteilten Atemschutzgeräteträger unter umluftunabhängigen Atemschutz, plus Wärmebildkamera in den vorgelagerten  Beobachtungsraum der Anlage. Schnell wurde ihnen klar, dass die Temperatur im Bodenbereich am erträglichsten sein würde. Absichtlich ließen die Ausbilder so wenig Sauerstoff wie möglich an das Feuer, sodass sich dichte schwarze Rauchgase in der gesamten Anlage bis auf den Fußboden hinreichend ausbreiteten. Wie bei einem Wohnungsbrand auch, herrschte Nullsicht in dem Brandraum. Durch gezielte Belüftung   (z.B. wie beim Öffnen einer Zimmertür beim Innenangriff) zündeten die thermisch aufbereiteten Rauchgase nach einigen Sekunden in Form einer Flammendecke vollständig durch.

In diesen Augenblicken lagen alle Feuerwehrmänner so flach auf dem Boden wie nur eben möglich, denn die Flammen schlugen bis auf die Helme nieder. Nach einer halben Stunde Realbrandausbildung, mehreren herbeigeführten Durchzündungen und bis zu 500 Grad Celsius im Brandraum, gab es schließlich keinen Teilnehmer, der nicht körperlich erschöpft war.

Das Fazit fiel bei allen Teilnehmern am Ende der Ausbildung gleich aus: Begeisterung pur und die Erkenntnis, dass eine hochwertige Ausrüstung gekoppelt mit einer sehr guten und stetigen Ausbildung zwingend erforderlich ist, um Gefahren für das eigene Leben im Inneneinsatz zu minimieren. Nur wer einmal einen Flash - Over live erlebt hat und die Möglichkeiten kennt damit umzugehen, kann in solch einer Situation automatisiert und fachlich richtig handeln.

Auf diesem Wege bedanken wir uns noch einmal recht herzlich bei unseren Ausbildern Guido und Volker und ihrem Team für diese tolle Erfahrung! Danke Jungs – tolle Arbeit!!


 

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