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Bedeutung des Atemschutzes

Der Einsatz der Feuerwehren bei Bränden und Hilfeleistungen, bei denen Sauerstoffmangel oder Atemgifte - auch radioaktive Stoffe - die Einsatzkräfte gefährden können, erfordert die Verwendung von Atemschutzgeräten.

               

Kenntnisse über Verwendungsmöglichkeiten und Schutzwirkung der Geräte, Auswahl, Ausbildung und Fortbildung der Geräteträger, sowie regelmäßige Pflege, Wartung und Prüfung der Geräte sind Voraussetzungen für die erfolgreiche Verwendung von Atemschutzgeräten. Diese Grundlagen werden für die Feuerwehren in der FwDV 7 geregelt.

Darüber hinaus muss der Atemschutzträger selber einige Anforderungen für seine Sicherheit im Einsatz erfüllen. Der Atemschutzträger sollte nicht älter als 50 Jahre sein, und seine gesundheitliche Eignung wird durch eine Atemschutzuntersuchung nach G 26 geprüft. Diese muss alle drei Jahre wiederholt werden, und wenn Personen, die älter als 50 Jahre sind, Atemschutz tragen sollen, müssen die Untersuchungen jährlich durchgeführt werden. Bei gesundheitlicher Eignung ist weiter eine erfolgreiche Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger notwendig. Nach erreichen dieser Anforderungen kann der Atemschutzträger in seiner Gruppe auf Anordnung des Gruppenführers eingesetzt werden. Damit die Einsatzmöglichkeit des AGT erhalten bleibt, muss er einmal jährlich die theoretischen Grundlagen sowie eine Übung in einer Atemschutzübungsanlage wiederholen.

Atemanschlüsse

Die Atemanschlüsse werden benötigt, um einen sicheren Zugang zu unseren Atemwegen zu gewährleisten.

Es gibt folgende Atemanschlüsse :

  • Mundstückgarnitur
  • Halbmaske
  • Vollmaske
  • Schutzhaube

Im Einsatzdienst der Feuerwehren werden nur Vollmasken verwendet.

Atemschutzqeräte

Atemschutzgeräte werden unterteilt in umluftabhängige und umluftunabhängige Geräte.

Zu den umluftabhängigen Atemschutzgeräten gehören die Filtergeräte.

Filter schützen in der Regel nicht vor CO, es sei denn, es würde sich um einen Spezialfilter für CO handeln. Filter können eingesetzt werden, z.B. bei Moor-, Waldbränden und Aufräumungsarbeiten, Voraussetzung ist aber das nicht mit Flockenbildunq zu rechnen ist und mindesten ein Sauerstoffgehalt von 17 % vorhanden ist. Nicht eingesetzt werden dürfen Filter in qeschlossenen Räumen.

Umluftunabhängige Atemschutzgeräte sind Schlauchgeräte, Preßluftatmer und Regenerationsgeräte.

Schlauchgeräte sind die im Aufbau und in der Wirkungsweise einfachsten Geräte des umluftunabhängigen Atemschutzes. Schlauchqeräte eignen sich nicht als Einsatzqeräte an Brandstellen.

Preßluftatmer sind frei tragbare Atemschutzgeräte, in denen dem Geräteträger verdichtete Luft natürlicher Zusammensetzung aus Stahl- oder Composidflaschen zugeführt wird. Diese Geräte arbeiten lungenautomatisch ohne Rückgewinnung der Atemluft. Die Einatemluft wird aus den Preßluftflaschen über einen Druckminderer und einen Lungenautomaten entnommen, welcher die zum Füllen der Lunge erforderliche Luftmenge selbsttätig liefert.

               

Preßluftatmer gibt es mit Normaldruck und mit Überdrucktechnik. Der Unterschied beider Systeme besteht darin, daß bei der Überdrucktechnik ständig ein geringer positiver Druck in der Maske vorhanden ist. Wenn bei diesem System eine Undichtigkeit der Maske auftritt, strömt Atemluft heraus, und es können keine Schadstoffe eindringen.

Um Verwechslungen zu vermeiden, werden unterschiedliche Gewindegrößen an den Anschlüssen verwendet. Normaldruck (genormtes Rollgewinde), Überdruck (Spitz­gewinde 45x3). An den Überdruckgeräten kennzeichnen die meisten Hersteller den Lungenautomat und den Anschluß an der Vollmaske (federbelastetes Ausatemventil) zusätzlich rot.

Bei den Geräten kennen wir Zwei- und Einflaschengeräte. Die Standartbestückung der Trageplatten erfolgt mit 2 x 4 1200 bar oder 1 x 6 1300 bar Atemluftflaschen. Es besteht auch die Möglichkeit von anderen Bestückungen bei sogenannten Rettungsgeräten oder Langzeitpreßluftatmern. Diese Geräte arbeiten alle mit einem Druckminderer, der einen Mitteldruck zwischen 4,5 - 8,5 bar erzeugt. Diesen sogenannten Mitteldruck braucht der Lungenautomat, um zuverlässig zu arbeiten. Mit den unterschiedlichen Bestückungen der Geräte mit Atemluftflaschen ändert sich auch der Luftvorrat und damit die Einsatzzeit. Den aktuellen Luftvorrat kann man an einem Manometer ablesen.

Um den Luftvorrat zu berechnen, verwendet man folgende Formel:

    Druck x Volumen

Bei den 300-bar-Geräten muß zusätzlich noch ein Berichtigungswert von 1,1 berücksichtigt werden.

Daraus ergeben sich für unsere Standartgeräte folgende Berechnungen: Einflaschengerät 6 l mit 300 bar

    300 bar x 6 l : 1,1 = 1636 l

Zweiflaschengerät 2 x 4 l mit 200 bar

    200 bar x 4 l x 2 (Flaschen) = 1600 l

Die Preßluftatmer sind mit zwei Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet. Zum einen ist am Druckminderer ein Sicherheitsventil, das ein Beaufschlagen des Lungenautomaten mit Hochdruck verhindert. Weiter ist eine akustische Warneinrichtung (Signalpfeife) vorhanden, die bei einem Restdruck von 55+/-5 bar in der Atemluftflasche warnt. Sie warnt den AGT, das ihm nur noch ein Restdruck bleibt.

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